Investmentfonds auflegen (BaFin) & KVG | DeLex Law

Investmentfonds auflegen (BaFin) & KVG

Investmentfonds in Deutschland auflegen: OGAW, Spezial-AIF, KVG-Lizenz oder Service-KVG, BaFin-konform. Vermittlung an zugelassene Anwälte. Kostenlose Beratung.

8 Min. Lesezeit Zuletzt aktualisiert:
Vermittlung Anfragen

Vermittlung an eine in Deutschland zugelassene Anwältin oder einen Anwalt.

Zusammenfassung: Fondsauflage Deutschland: OGAW für Publikumsfonds, Spezial-AIF für institutionelle Anleger. Service-KVG spart Kosten gegenüber eigener Lizenz. BaFin-Genehmigung 3-12 Monate. Kosten: 100.000-300.000€ Erstauflage. Deutschland als größter EU-Fondsmarkt mit starker Infrastruktur.

Schnelle Antwort

Q: Wie legt man einen Investmentfonds in Deutschland auf?

Die Fondsauflage beginnt mit der Strukturierung: Wahl der Fondsart (OGAW, Spezial-AIF oder geschlossener Fonds) und Auswahl von Service-KVG und Verwahrstelle. Es folgen die Dokumentation (Anlagebedingungen, Verkaufsprospekt, KIID/KID) und die BaFin-Prüfung. Mit einer Service-KVG dauert die Auflage 3 bis 6 Monate; mit eigener KVG-Lizenz 12 bis 18 Monate. Die Gesamtkosten einer Erstauflage liegen bei 100.000€ bis 300.000€. Eine eigene KVG-Lizenz lohnt sich erst ab etwa 500 Millionen € verwaltetem Vermögen; kleinere Fonds nutzen eine Service-KVG mit bestehender BaFin-Lizenz.

Quelle: Aktualisiert:

Investmentfonds in Deutschland

Deutschland ist der größte Fondsmarkt der EU und bietet eine ausgereifte Infrastruktur für die Auflage und Verwaltung von Investmentfonds. Das Kapitalanlagegesetzbuch (KAGB) setzt die europäischen AIFMD- und UCITS-Richtlinien um und schafft klare regulatorische Rahmenbedingungen.

Fondstypen im Überblick

1. OGAW-Fonds (UCITS)

Organismen für gemeinsame Anlagen in Wertpapieren sind streng regulierte Publikumsfonds, die EU-weit an Privatanleger vertrieben werden können.

Merkmal OGAW-Fonds
Anleger Privatanleger und Institutionelle
Anlageuniversum Wertpapiere, Geldmarkt, Derivate (eingeschränkt)
Diversifikation Strenge Streuungsvorschriften (5-10-40 Regel)
Liquidität Tägliche Rücknahme vorgeschrieben
EU-Vertrieb Europaweites Passporting
Mindestkapital KVG 125.000€ - 10 Mio. €

2. Spezial-AIF

Alternative Investmentfonds für professionelle und semi-professionelle Anleger mit flexibleren Anlagevorschriften.

Merkmal Spezial-AIF
Anleger Professionelle Anleger (ab 200.000€ Mindestanlage)
Anlageuniversum Immobilien, Private Equity, Infrastruktur, Hedgefonds
Diversifikation Flexibel, gemäß Anlagebedingungen
Liquidität Gemäß Anlagestrategie (oft halbjährlich/jährlich)
Regulierung KAGB/AIFMD, weniger streng als OGAW

3. Geschlossene Fonds

Geschlossene AIF sammeln Kapital einmalig ein und haben eine feste Laufzeit. Typisch für Immobilien-, Schiffs- oder Private-Equity-Beteiligungen.

  • Feste Laufzeit: Meist 10-15 Jahre
  • Keine Rücknahme: Anteilsrückgabe nur am Laufzeitende
  • Sekundärmarkt: Handel über Zweitmarktbörsen möglich
  • Anlageobjekte: Oft Einzelinvestments (Immobilie, Flugzeug, etc.)

4. Investment-KG

Die Investment-Kommanditgesellschaft ist eine beliebte Rechtsform für geschlossene Fonds, insbesondere bei Immobilien und Private Equity.

  • Rechtsform: GmbH & Co. KG als Fondsgesellschaft
  • Steuer: Transparente Besteuerung auf Anlegerebene
  • Flexibilität: Gesellschaftsvertragliche Gestaltung
  • Haftung: Kommanditisten haften nur mit Einlage

Kapitalverwaltungsgesellschaft (KVG)

Eigene KVG-Lizenz

Eine eigene KVG-Lizenz der BaFin berechtigt zur Verwaltung von Investmentfonds. Die Anforderungen sind erheblich:

Anforderung Details
Anfangskapital 125.000€ - 10 Mio. € (je nach verwalteten Vermögen)
Geschäftsleiter Mind. 2 qualifizierte Personen
Risikomanagement Eigene Risikomanagement-Funktion
Compliance Compliance-Officer erforderlich
IT & Systeme Angemessene technische Infrastruktur
Genehmigungsdauer 12-18 Monate

Service-KVG

Eine Service-KVG (Master-KVG) ist ein externer Dienstleister, der die regulatorische Infrastruktur bereitstellt:

  • Keine eigene Lizenz nötig: Nutzung der bestehenden BaFin-Erlaubnis
  • Schnellere Auflage: 3-6 Monate statt 12-18 Monate
  • Geringere Fixkosten: Variable Gebühren statt Infrastrukturaufbau
  • Portfoliomanagement-Delegation: Anlageentscheidungen beim Initiator
  • Sinnvoll bis: Ca. 500 Mio. € verwaltetes Vermögen

Verwahrstelle (Depotbank)

Jeder regulierte Fonds benötigt eine unabhängige Verwahrstelle, die das Fondsvermögen verwahrt und die KVG überwacht:

  • Verwahrung: Sichere Aufbewahrung der Vermögenswerte
  • Überwachung: Kontrolle der KVG-Geschäftstätigkeit
  • Zahlungsströme: Überwachung der Mittelflüsse
  • NAV-Kontrolle: Überprüfung der Anteilspreisberechnung
  • Kosten: Ab ca. 10.000€ jährlich (abhängig von Volumen)

BaFin-Genehmigungsprozess

Phase 1: Strukturierung (1-3 Monate)

  • Festlegung der Anlagestrategie
  • Wahl der Fondsstruktur (OGAW, AIF, geschlossen)
  • Auswahl von Service-KVG und Verwahrstelle
  • Entwurf der Anlagebedingungen
  • Erstellung des Verkaufsprospekts

Phase 2: Dokumentation (1-2 Monate)

  • Anlagebedingungen finalisieren
  • Verkaufsprospekt und KIID/KID erstellen
  • Verträge mit KVG und Verwahrstelle
  • Risikomanagement-Dokumentation
  • Compliance-Richtlinien

Phase 3: BaFin-Prüfung (2-6 Monate)

  • Einreichung bei der BaFin
  • Prüfung der Unterlagen
  • Rückfragen und Anpassungen
  • Genehmigung der Anlagebedingungen
  • Aufnahme der Geschäftstätigkeit

Kosten der Fondsauflage

Kostenart Betrag
BaFin-Gebühren 5.000 - 25.000€
Rechtsberatung 30.000 - 80.000€
Steuerberatung 10.000 - 30.000€
Service-KVG Setup 20.000 - 50.000€
Verwahrstelle Setup 5.000 - 15.000€
Prospekterstellung 15.000 - 40.000€

Laufende Kosten (jährlich)

Position Kosten
Service-KVG 0,05-0,15% des Fondsvermögens (mind. 25.000€)
Verwahrstelle 0,02-0,10% des Fondsvermögens (mind. 10.000€)
Wirtschaftsprüfer 15.000 - 50.000€
Reporting & Compliance 10.000 - 30.000€

Steuerliche Aspekte

Fondsebene

  • Körperschaftsteuer: 15% auf inländische Erträge (mit Ausnahmen)
  • Gewerbesteuer: Grundsätzlich befreit (für regulierte Fonds)
  • Investmentsteuerreform 2018: Teilfreistellungen für Anleger

Anlegerebene

  • Teilfreistellung: 30% bei Aktienfonds, 60% bei Immobilienfonds
  • Abgeltungsteuer: 25% auf Erträge (Privatanleger)
  • Institutionelle: Reguläre Unternehmensbesteuerung

Vorteile des Fondsstandorts Deutschland

  • Größter EU-Markt: Über 2 Billionen € Fondsvermögen
  • Starke Infrastruktur: Viele Service-KVGs und Verwahrstellen
  • Regulatorische Klarheit: Etabliertes KAGB-Regime
  • Anlegervertrauen: Deutsche Aufsicht genießt hohes Ansehen
  • EU-Passporting: Vertrieb in der gesamten EU möglich
  • Institutionelle Nachfrage: Große Pensionskassen und Versicherer

Für wen eignet sich ein deutscher Fonds?

  • Asset Manager: Institutionalisierung der Vermögensverwaltung
  • Family Offices: Professionelle Vermögensstrukturierung
  • Immobilienentwickler: Kapitalsammlung für Projekte
  • Private Equity: Regulierter Rahmen für Beteiligungen
  • Internationale Initiatoren: Zugang zum deutschen Markt

Häufig Gestellte Fragen

Deutschland bietet verschiedene Fondsstrukturen: OGAW (offene Publikumsfonds), Spezial-AIF (institutionelle Fonds), geschlossene AIF, und die Investment-KG. Die Wahl hängt von Anlegerzielgruppe, Anlagestrategie und regulatorischen Anforderungen ab.

Finden Sie Ihren Anwalt

Beschreiben Sie Ihr Projekt und wir verbinden Sie mit einem qualifizierten Anwalt.

  • Kostenlose Vermittlung
  • Antwort innerhalb von 24 Stunden
  • Verifizierte Anwälte

Kostenlos und unverbindlich. Wir vermitteln an unabhängige, bei einer Rechtsanwaltskammer zugelassene Anwältinnen und Anwälte.

Beratung anfragen

* Pflichtfelder. Wir melden uns innerhalb von 24 Stunden.